Soll & Haben - Werte
Donnerstag, 23. Januar 2014

"Eine Gehaltserhöhung? Nein, danke. Ich bin im Moment mit dem zufrieden, was ich habe!" Wo liegt hier der Fehler? Richtig: zum einen ist die Wahrscheinlichkeit, vom Chef auf eine Gehaltserhöhung angesprochen zu werden, außerordentlich gering. Es sei denn, Sie haben richtig überperformed. (Auch möglich: Sie bedienen ein Klischee und schlafen mit ihrem Chef. Reichlich abgedroschen!) Zum anderen ist es unwahrscheinlich, dass jemand ein solches Angebot ablehnt. Aus Gründen der Zufriedenheit? Niemals!

 

        

von ava-Autorin
Cordula Schilz

Fotos: © suseque / Fotolia.de, visual-concept

 

 







 

Überhaupt. Wäre das nicht gar ein Kündigungsgrund: "Ausschlagung einer Gehaltserhöhung"?! Was wirft das für ein Licht auf den Jemand?

 
Wer zufrieden ist und in Harmonie mit sich selbst lebt, verliert seine Kreativität, hört auf zu streben. Werner Mitsch wußte: "Zu tief angesetzte Zufriedenheit ist ein Hemmschuh deiner Möglichkeiten." Kein guter Arbeitnehmer also, ein zufriedener.

(Es ist ja auch tabu, das Äußere so zu akzeptieren, wie es ist. Womöglich sogar das eigene Äußere. Nein, nein. Da muss man schon ein Vorbild haben, welches anzustreben gilt. Eine Heidi oder einen Brad. Je Celebrity, desto besser. Sonst greift wieder das Ding mit dem Hemmschuh …)

Lebe glücklich, lebe froh, wie der Mops im Haferstroh? Wohl kaum gesellschaftsfähig.

In Skandinavien kann man sich Zufriedenheit wenigstens im wahrsten Sinne leisten. Verglichen mit 27 EU-Staaten haben die Skandinavier das Zufriedenheitsmonopol. Ebenso bekennen sich Menschen aus anderen nordischen Ländern wie Finnland, Dänemark oder Schweden zu ihrer Zufriedenheit. Dies zeigt die Studie "European Quality of Life Survey". Alles Länder mit hohem Einkommen. Geld macht also doch glücklich oder zumindest zufriedener. Und wir Deutschländer? Wir liegen zufriedenheitsmäßig genau im EU-Durchschnitt. Kann man sich darauf ausruhen, wenn es besser geht? Nein, das ist tabu! Und so beginnt ein typisch deutscher leistungsorientierter circulus vitiosus: mehr Geld wollen müssen, mehr Arbeit, weniger Freizeit, weniger Vergnügen = UNZUFRIEDENHEIT.

Nimmt man’s aber mit Dale Carnegie: "Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast; es hängt nur davon ab, was du denkst", sieht das Ganze schon wieder anders aus. Denken ist ganz und gar nicht tabu. Cogito ergo sum. Folgende Möglichkeit tut sich also auf: sind Sie nicht zufrieden, weder mit ihrem Einkommen noch mit ihrem Äußeren, kaufen Sie sich einen Haufen Haferstroh und denken, Sie seien ein Mops.

 
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