Leib & Seele - Wohlfühlen
Freitag, 14. Februar 2014

So richtig gemütlich will es da draußen ja noch nicht werden. Wer sehnt sich da nicht den Frühling herbei? Doch wir müssen uns gedulden – und das Beste draus machen: Warum nicht mal in die Sauna gehen? Da ist es am schönsten, wenn es draußen so richtig ungemütlich ist. Jedes Freizeitbad hat inzwischen eine Saunaanlage – von den tollen Thermen und Kuranlagen ganz zu schweigen. Wer sich noch nie getraut hat, sollte unbedingt weiter lesen. Aber auch Fortgeschrittene können bei den ava Sauna-Tipps noch was lernen!

 

             

von Chefredakteurin
Dorothea Palte

Fotos: © Robert Kneschke - Fotolia.com, privat

 

 


 

Das Thermometer zeigt jenseits 90 Grad Celsius. Keine Minute vergeht, da läuft der Schweiß in Strömen, die verspannten Muskeln werden warm und weich. Der Kopf wird leer und leerer. Entspannung pur. Danach raus in die kühle Luft. Die von der Wärme geweiteten Bronchien saugen den Sauerstoff förmlich auf, jede Zelle wird durchblutet, der Körper dampft und das leichte Herzklopfen lässt langsam nach. Wer dieses Gefühl kennt, will es nicht mehr missen. Ein ausgiebiger Sauna-Tag ist wie ein paar Stunden Urlaub – gleich um die Ecke.

So geht´s:

Ein klassisches Saunabad besteht aus maximal drei Gängen – je nach persönlichem Wohlbefinden zwischen acht und 15 Minuten lang. Danach ist Frischluft angesagt: Fünf bis zehn Minuten an der frischen Luft abdampfen, bevor man sich mit einer lauwarmen Dusche die Salzkristalle des Schweißes vom Körper spült. Erst dann kommt kaltes Wasser ins Spiel: Tauchbecken, eiskalte Duschen und Kneipp-Schläuche stehen in den meisten Saunaanlagen zur Verfügung, manchmal auch Schneegrotten oder Eisspender. Die Kälte verengt Blutgefäße und Poren, die Wärme wird im Körperinneren eingeschlossen. Dann ganz in Ruhe entspannen: Mindestens 15 Minuten lang, am besten länger einfach die Seele baumeln lassen. In Saunaanlagen stehen dafür meist diverse Ruheräume und Außenliegen zur Verfügung, auf denen man sich in den Bademantel gekuschelt erholen kann. Wer mag, gönnt sich zwischen den einzelnen Gängen noch eine entspannende Massage – die wirkt bei tief durchwärmten Muskeln besonders gut.

Was bringt´s?

Die Haut wird gut durchblutet und tiefengereinigt. Eine Studie der Universitätshautklinik Jena weist nach, dass regelmäßige Sauna-Gänge die Barrierefunktion der Haut stabilisieren. Und auch Stoffwechsel, Herz-Kreislauf- und Immunsystem können mit dieser „Reiztherapie“ trainiert werden. Studien zeigen, dass regelmäßige Sauna-Gänger seltener unter Erkältungen leiden als Nicht-Saunierer. Auch auf viele chronische Krankheiten und Schmerzerkrankungen wirken sich die Hitze-Kälte-Reize positiv aus. Kreislaufprobleme wie Wetterfühligkeit, Frühjahrsmüdigkeit oder Aklimatisierungsschwierigkeiten im Sommerurlaub sind für regelmäßige Sauna-Gänger kein Thema.

Wer muss aufpassen?

Wer unter chronischen Krankheiten leidet, sollte zunächst seinen Arzt fragen, ob und wie intensiv Sauna sinnvoll ist – und sich auf keinen Fall überfordern (siehe unten). Bei akuten Erkrankungen ist ein Sauna-Gang meist kontraproduktiv. Insbesondere mit einer Erkältung sollte man sich und den anderen zu liebe nicht in die Sauna gehen.

 

Tipps für Sauna-Anfänger

Keine Angst vor dem Nacktsein

Die meisten Sauna-Anlagen in Deutschland sind textilfrei. Das heißt aber nicht, dass man ständig völlig unbekleidet durch die Gegend läuft. Nur direkt in der – meistens eher wenig beleuchteten – Sauna sitzt oder liegt man nackt auf einem Saunatuch. Wer besonders schamvoll ist, kann aber auch hier ein zweites Handtuch um den Körper wickeln. Außerhalb der eigentlichen Sauna sind die meisten Besucher in dicke Bademäntel gehüllt oder tragen  mindestens ein großes Handtuch oder ein Pareo um den Körper. Ein Muss: Badeschuhe oder FlipFlops.

Langsam anfangen

Fast überall gibt es neben der heißen Sauna (90-100 Grad) auch eine Bio-Sauna oder Saunarium mit nur etwa 60 bis 80 Grad. Für Einsteiger ist das zunächst die bessere Wahl. Wenn Sie merken, dass Ihnen die Hitze nichts ausmacht, gehen Sie beim zweiten Saunagang in die heißere Sauna. Generell gilt: Unten ist es kühler, oben am heißesten. Trauen Sie sich ruhig, erst einmal nur unten sitzen zu bleiben, auch wenn alle anderen auf den obersten Liegen liegen.

Erst nur im Sitzen

Bleiben Sie beim ersten Saunabesuch sitzen. Erst wenn Sie sicher sind, dass Ihr Kreislauf gut mit der Hitze zurecht kommt, können Sie zunächst die Füße auf gleiche Höhe des Körpers nehmen und sich beim nächsten Mal ggf. auch hinlegen. Wichtig beim Liegen: Die letzten ein bis zwei Minuten wieder aufsetzen und erst aufstehen, wenn sich der Kreislauf wieder stabilisiert hat.

Nicht überfordern

Achten Sie immer auf Ihr Wohlbefinden. Wenn es Ihnen zu heiß wird, verlassen Sie die Sauna lieber. Kein Mensch muss unbedingt mindestens acht Minuten bleiben. Sauna ist kein Hochleistungssport. Sie werden jedoch merken, dass es mit jedem Gang etwas leichter wird, länger zu bleiben oder mehr Hitze abzubekommen. Probieren Sie einfach aus, zwischendurch mal einige Minuten eine Bankreihe höher oder tiefer zu sitzen, und ein Minütchen länger zu bleiben. Und achten Sie auf Ihre Tagesform: Nur weil es beim letzten Mal kein Problem war, 100 Grad für zehn Minuten auszuhalten, muss das beim nächsten Mal nicht wieder so sein. 

Der erste Aufguss

In großen Saunaanlagen werden vom Personal zu bestimmten Zeiten Aufgüsse gemacht. Dabei werden die heißen Ofensteine mit Wasser begossen, so dass die ansonsten niedrige Luftfeuchtigkeit in der Sauna rapide ansteigt – und sich die Hitze plötzlich viel heißer anfühlt. Mit einem Handtuch oder Fächer wird die feuchte Luft zusätzlich im Raum verteilt und duftende Zusätze im Wasser machen einen Aufguss zu einem tollen Erlebnis, das sich wirklich lohnt. Bleiben Sie aber bei Ihren ersten Aufgüssen unbedingt auf den unteren Bänken und in der Nähe der Tür. Sagen Sie dem Personal auch vorsichtshalber Bescheid, dass es Ihr erster Aufguss ist. Es wird nämlich wirklich sehr heiß!

Keine kalten Füße

Kein Muss, aber hilfreich sind warme Fußbäder: Gönnen Sie sich immer dann eins, wenn Sie kalte Füße bekommen. Vor allem vor den Saunagängen sollten die Füße schön warm sein, da das das Schwitzen zusätzlich fördert. Routinierte Sauna-Gänger haben meist keine Probleme mehr mit kalten Füßen, da ihre Gefäße so gut trainiert sind, dass selbst nach einem Tauchbad im Eiswasser die Füße binnen Minuten wieder warm sind.
 

Tipps (auch) für Fortgeschrittene

Wasser marsch

Vor dem allerersten Gang in die Sauna sollten Sie warm duschen und sich gründlich abtrocknen, eine trockene Hautoberfläche schwitzt nämlich besser. Nach dem Saunagang nicht sofort unter die kalte Dusche rennen – das machen auch viele vermeintliche Sauna-Profis falsch –, denn kein Kreislauf kann diese extremen Temperaturunterschiede problemlos wegstecken. Lieber erst an die frische Luft, durchatmen, abdampfen. Wenn das leichte Herzklopfen nachlässt ist ein guter Zeitpunkt, sich lauwarm (!) den Schweiß vom Körper zu spülen und erst dann auf kalt zu drehen.

Immer zum Herzen hin

Wichtig beim Abkühlen: Immer zum Herzen hin! Ein Schwall Wasser auf den Kopf ist Schwerstarbeit fürs Herz-Kreislauf-System. Besser als die Kopfbrause ist daher eine Handbrause oder ein Kneipp-Schlauch. Fangen Sie mit dem rechten Fuß an, lassen Sie den kalten Wasserstrahl dann am rechten Bein immer höher zunächst bis zum Knie laufen. Am Knie kurz verweilen und dann weiter den Oberschenkel hinauf bis zur Hüfte. Dann das gleiche mit dem linken Fuß beginnend. Erst dann den rechten Arm bis zur Schulter, und anschließend auch den linken Arm abkühlen. Erst zum Schluss können Sie Rücken und Brust abspülen – oder auch einen Gang ins Tauchbecken wagen.

Richtig trinken

Ausreichend trinken ist immer wichtig, aber bei einem Saunabesuch umso mehr, denn bis zu 1,5 Liter zusätzlicher Flüssigkeitsverlust – und damit auch Nährstoffverlust – müssen ausgeglichen werden. Wann man am besten trinkt, da scheiden sich die Geister: Um Entschlackungsprozesse bestmöglich voranzutreiben, empfehlen Fachleute, vor dem ersten und dann erst wieder nach dem letzten Saunagang zu trinken. Doch das muss man trainieren. Als Sauna-Einsteiger sollten Sie lieber immer vorsorglich so viel trinken, dass Sie nie Durst verspüren: Schon vor dem Saunabesuch am besten einen Liter Wasser, und zwischendurch immer ein bisschen, wenn Sie ein „trockenes“ Gefühl haben. Für den Heimweg sollten Sie unbedingt eine ganz große Flasche Wasser dabei haben.


 
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